Wohin ich gehe

Wohin ich gehe
Sie wollen immer wissen, warum.
Aber das, genau das, wüsste ich ja selbst nur zu gern.
“Warum? Woher kommt das? Wer ist schuld- wen kann man zur Verantwortung ziehen? Wie kann man helfen?”… WIE KANN ICH MIR HELFEN… eure Fragen sind auch meine… doch das können sie ja auch nicht verstehen.
Unendliche Gedankenschleifen beginnen immer wieder am gleichen Punkt. Enden im Nichts. Wieder, - beginnen am gleichen Punkt, wieder von Vorn, von neuem Anfangen, Neuanfang. Eine Schleife weiter unten, tiefer sinken, in die Dunkelheit, die hilflose Leere.
Stopp! Hör auf! Hör doch einfach auf!
Sie schreien! Sie schreien so lauf sie können, mit und ohne Worte, - mit und ohne Sinn, - ich höre sie doch nie, - sie schreien! Schreien so laut und doch nicht annährend so laut wie ich.
Wut, Hass, Gewalt walten lassen hilft auch nicht. Auch mich dafür zu hassen oder deshalb nicht aufzuhören, weil ich mich hasse. Dann verschwimmen Stimmen in meinem Kopf, die Bilder die ein Ziel versprechen werden still. Ist was ich tue, mir antue, strafe oder strafe ich mich für das was ich mir angetan habe. Mir und allem und allen, die zu meinem Leben gehören und zu deren Leben ich gehöre. Das eine ist trotz allem immer klar: Strafe muss sein! Ich muss leiden, mich quälen! Warum habe ich es mir verdient? Womit? Wird es ein Ende geben?
Ich sehe wie ich die Menschen um mich mit quäle und verdränge es, auf die böse Seite meiner Person, das Unbewusste, das wilde Tier in mir, das Monster.
Sehr leise: ”Haben sie es nicht verdient? So sehr wie ich? Waren es nicht diese Menschen die mich in die Höhle getrieben haben- mit Nachdruck, ohne Rücksicht, ohne Akzeptanz, Respekt, Anerkennung, Aufmerksamkeit?”
Schließe ich mir der Meinung der Anderen an oder doch der Stimmen in meinem Kopf wenn, ich mich so verabscheue? Es ist einfach so!
Was würde es auch bedeuten, für mich wäre es andersherum. Die Option ist nicht existent. Würde sie den Grund ihrer Existenz verschwinden lassen? Es gibt keinen Weg zurück, wenn die Sackgasse zur Einbahnstraße wird.
Warum das alles überhaupt, wozu und wofür und warum, warum, warum?
Objektiv geht es mir ja eigentlich gut, rein objektiv versteht sich. Wobei das wirklich Essentielle meiner unmaßgeblichen Meinung nach meist doch subjektiv ist.
Nun gut, immerhin habe ich mir jetzt ja auch schon die größte Mühe gegeben meine subjektive Krise objektiv zu machen. Man könnte sagen, ich bekenne mich zum psychosomatischen Nihilismus, und ich weiß, trotz meiner „Einsamkeit“: Ich bin nicht die einzige im „Club“.
Obwohl mir das die Sache schon fast wieder verdirbt, wäre ich doch nur zu gern die größte und einzige Sorge der Welt.
Manchmal denke ich mir, dass ich das Ganze ohne Analysiererei, Reflektion und Zynismus keine Stunde länger überleben könnte. Das denke ich dann also manchmal und im nächsten Moment denke ich dann wieder: könnte ich das nur sein lassen, dieses ständige Analysieren, Reflektieren und "Zynisieren", dann hätte ich nur halb so viele objektivierte subjektive Probleme.
Und wieder, wieder fragen, mich fragen, euch fragen, die fragen die die Hoffnung versprechen müssen, deren Aufgabe das ist. Warum? Wer, wer ist schuld? Wie kann es weiter gehen? Warum? Warum, warum warumwarumwarum?
Wie es so was geben kann, Menschen, deren Aufgabe es ist, Hoffnung zu machen, die „Leerenhoffnungsvolleversprechenmacher“ . Bitterböse Süße, wer wagt zu versprechen, gewinnt. Denn wer wagt zu versprechen und verliert, hat immer noch Hoffnung gespendet, für den einen Augenblick.
Irgendjemand hat Geburtstag, meine Schwester, meine Mutter? Ich? Oder vielleicht ist es doch Weihnachten? Ich weiß es nicht, es ist nicht relevant, nichts ist relevant und alles was wirklich relevant ist, ist dass alles immer ganz genau nach meinem Plan läuft und keiner Fragen stellt und keiner mich in Frage stellt und jeder mich in Ruhe lässt und mir doch gleichzeitig seine ganze Aufmerksamkeit schenkt. Ich will und muss und eigentlich will ich ja doch mehr als ich muss, die Unberührbare im Mittelpunkt der Manege sein, die die Zügel in den Händen hält eben.
Oder ist das etwa zu viel verlangt?
Blank liegende Nerven, tausend Fragen ohne Antwort, Milliarden Vorwürfe, zu wenig Kraft die selbst auferlegten Strafen noch länger zu ertragen. Da ist keine Feuerleiter, kein Notausgang, in Benzin getränkt, werft nicht mit Fackeln oder ich werfe mit Geschirr zurück. Und ich rate euch mich nicht auf die Probe zu stellen. Ich bin zu allem fähig. Das wisst ihr! Das seht ihr!
Seht meine verzweifelten Tränen,...
...das verächtliche lächelnde Biest in mir, seht ihr nicht und macht euch doch auch nur vor mich so akzeptieren zu können. Weshalb getraut ihr euch denn nicht, bei aller Liebe?
Ich bin böse und kreische mir eure Seelen aus dem Zielobjekt meiner subjektiven Aggressionen.
Übt euch in zwanghaftem Verständnis für meine unverständlichen Zwänge.
Willst du dich etwa über meine Kleinlichkeiten lächerlich machen? Willst du das wirklich? Weißt du nicht, dass ich nicht anders kann? Verstehst du das nicht?
Du HURENSOHN, du SCHLAMPE, willst wohl nicht verstehen? Pass auf, ich zeig es dir.
Vor deinen Füßen springt, zerspringt, klimper, klatsch, prassel, der Teller. Inszeniert.
Lächeln, ha ha, lachen. Ha, ha ha ha, denn lachen, weil du mit deinem Verstand am Ende bist und nicht mehr weißt, was sonst, also.
Scherben mischen sich mit kaltem trockenem Apfelstrudel, ich gehe.
Ich gehe weil ich mit meinem Leben am Ende bin, die Schleifen lassen mich nicht los, spinnen mich ein, würgen mich, ziehen mich tiefer immer tiefer, also gehe ich.
Nur, wohin? Und warum, warum muss das sein? Warum muss das Schreien, das Schlagen, das Schimpfen, das Kämpfen, warum muss das ständige Verzagen, Versagen sein, warum? Warum? Warum? Zunächst, gehe ich. Nur wohin? Braucht man nicht einen Grund, ein „Warum“, um ein Ziel zu bestimmen, ein Antwort auf das „Warum“ für das „Wohin“; ist es zu spät? Zu spät für eine Antwort?… Ich gehe… gehe also, am Ende; Ende mit Entscheidungen, die keine sind, sind Reaktionen auf Aktionen folgen Reaktionen und scheinen Aktionen zu sein, denen eine Entscheidung zu Grunde liegt… wofür es ein „Warum“ gäbe, einen Grund, doch der fehlt… in meinen ständigen Reaktionen, Aktion, Reaktion, warum, wohin, ich gehe.
„Nein!“ Ich schlage die Türen hinter mir zu. Lässt dich nicht abschrecken, abhalten durch den Schreck. Zu rein sind deine Absichten, zu voll von Hoffnung und Kraft, die ich nicht habe; Kraft, wie ich sie nicht habe. Nein, Nein, Nein!!! Warum, warum läufst du, du Idiot mir schon wieder hinterher und fragst mich, schon wieder, wieder, wieder, immer wieder dieses verdammte, WARUM?
Und das, was du nicht verstehen kannst, auch das nicht, leider, auch das nicht! Das, das WARUM, den Grund, den wüsste ich, wie du, einfach auch nur zu gern. Warum? Ob es mir hilft?
Wissen, warum. Wird es mir helfen, zu wissen wie es kommt? Woher es kommt? Wohin ich gehe? Ich nehme es an. Verzweiflung nagt, ätzt sich einen Weg in meine Realität… Zu erfahren warum, bedeutet Hoffnung haben. Zu glauben an Antworten, das Finden DER Antworten bedeutet Hoffnung, die einzige Quelle der versiegenden Kraft… erfahren, erfinden, erhören erfühlen erleben erlösen. Warum? Wird es mir helfen, die Antwort; gibt es die Antwort und wenn, wie kann ich sie nicht sehen und wenn ich sie erahnen kann, wie kann ich sie nicht erfinden können, können, könnte… - Könnte es sein?
Ich werde ankommen.