Aggression gegenüber dem Schönheitsideal

„Hunger hurts, but saving me.“, meinte Ina, als ich mich mit ihr über unsere Krankheit unterhielt. Am Anfang waren wir noch normal: ruhig, beruhigt und verhielten uns noch, wie zwei Hunde.Hunde, die sich nicht kennen. Ich fragte mich andauernd, warum ich überhaupt diesem Treffen zugesagt habe. „Sie hat Anorexie, wie du.“, meinte Oma und da ja alle Magersüchtigen gleich sind, ihrer Meinung nach.
„Willst du auch H?“, sie schaut mich an und ich bin verwundert. Mir hat noch niemand H angeboten. Zu teuer, meinen die einen, das muss man sich selbst verdienen. Ungesund und scheiße, meinen die, die so oder so die ganze Zeit turkey sind.
„Danke.“ und auf einmal reden wir.
„Seit wann machst du das?“
„Hab mal gelesen, das Models Rauschgift nehmen und dann hab ich ein Bild gesehen mit Topmodel Daniele Shiluetta, die sich spritzte.“
„Schon scheiße.“
Auf dem Heimweg, bin ich wütend. Tief in mir da brodeln die Aggressionen. Ich bin wütend auf das Schönheitsideal, auf Ana (die Anorexie), …
Ich suche meine Kamera.
In einem alten Karton finde ich meinen Sekundenkleber und, Barbie. Barbie, diese blöde Perfekte Plastikpuppe. Perfektes Aussehen, perfekte „Freundschaften“ (Ken, Shelly,...), perfektes Liebesleben, nie in Geldnöten, nie in Schwierigkeiten. Perfekt eben. Ich schmeiße Barbie an die Wand. Sie versprach uns als Kind, das perfekte
Leben. Aber egal wie sehr wir uns anstrengen, es funktioniert nicht. Ich töte Barbie.

(Ich sollte mich einmal entschuldigen, dass die Bilder ziemlich schlecht ausgeleuchtet sind, das liegt daran, dass ich noch analog fotografiere und meine Bilder mit einem "billigen" Scanner einscannen muss. Aber, bald ist ja Weihnachten und vielleicht .... (: )

Miriam