Literarischer Spaziergang durch Tübingen

Literarischer Spaziergang durch Tübingen

Als unsere Deutschlehrerin uns vorschlug, wir könnten auf einen literarischen Spaziergang gehen, war ich durchaus interessiert. Immerhin: war ja keine Schule! Wie sich allerdings herausstellte, war es doch mit Arbeit verbunden. Jeder von uns Jugendlichen durfte sich einen Dichter aussuchen, über den er/sie recherchieren sollte. Nur ich bekam einen zugeordnet, weil ich nämlich gefehlt hatte, und zwar Friedrich Hölderlin. Die Recherchen waren mühsam und in einem Fall zusätzlich, da ich gefühlt jede zweite Deutschstunde gefehlt hatte. Allerdings waren die Recherchen auch (komischerweise) interessant. Man lernte dabei so Einiges. Ich bekam meinen Vortrag gerade so noch fertig und hatte für diesen 3 Stationen in Tübingen, bei denen ich vortrug: Das Evangelische Stift (hier machte Hölderlin sein Studium), die Bursagasse 6 (hier wurde er 265 Tage therapiert) und der Hölderlinturm (hier verbrachte er die restlichen 36 Jahre seines Lebens nach der Therapie).
An einem heißen Julitag war der Spaziergang gekommen. Lehrer, Betreuer und Patienten aller 3 Stationen der Klinik waren da, um sich unsere Vorträge anzuhören. Es war sehr informativ und teilweise sogar spannend! Wie gesagt, man lernte so Einiges, vor allem aber, dass einige große deutsche Dichter psychisch krank waren (von unseren Dichtern Hesse, Hölderlin, van Hoddis, Mörike und Uhland eigentlich alle außer Uhland). Am Ende des Spaziergangs gab es Eis für die Patienten und alle waren zufrieden mit dem Spaziergang, der sehr gut gelungen war.

Nicolai

 

 

Ein etwas anderer Spaziergang

Am 24. Juli. 2013 um 8 Uhr luden die 10. und die 11. Klasse der Klinikschule zu einem literarischen Spaziergang ein. Das Thema war „Dichter Tübingens“. So suchte sich im Vorfeld jeder Schüler einen Dichter, der etwas mit Tübingen zu tun hatte, heraus und recherchierte zunächst über ihn. Zur Auswahl standen die Dichter: Hölderlin, Hesse, Goethe, Schiller, Uhland, van Hoddis und Mörike. So entstanden Stück für Stück Präsentationen über die Dichter und ihr Tübinger Leben. Für mich persönlich war es sehr interessant das Leben der Dichter zu durchforsten und auf immer wieder neue Informationen zu stoßen. So erfuhr ich zum Beispiel, dass der Dichter Friedrich Hölderlin auch mal Patient in der Psychiatrie war oder dass Jakob van Hoddis den eigentlichen Namen Jakob Davidsohn trug und vieles mehr. Die Präsentationen im Einzelnen waren so aufgebaut: 1. Das Leben des Dichters in Bezug auf Tübingen und 2. ein Werk des Dichters. Dies galt es so spannend wie möglich zu präsentieren, z.B. mit Klangcollagen oder mit Echos. Zum Schluss wurde eine Route geplant, in der alle Dichter wiederzufinden waren. So ging die Route z.B. auch an der Hafengasse 3 vorbei, welches das großelterliche Haus Ludwig Uhlands war. Eingeladen zu der Führung waren die Mitschüler aller drei Stationen plus Lehrer und gegebenenfalls Betreuer. Die Führung dauerte circa 2 Stunden. Ich persönlich war ziemlich aufgeregt meinen Vortrag vor allem vor den Betreuern und Lehrern zu halten, aber am Schluss lief dann alles wie am Schnürchen und Spaß hat es auch ein bisschen gemacht. Als der literarische Spaziergang dann beendet war, luden die Lehrer die Stationen 1 und 3 auf eine Kugel Eis ein. Alle setzten sich auf eine Decke in der botanischen Garten und genossen ihr Eis und feierten den Schuljahresabschluss. Für mich war es eine gelungene Führung, die letztendlich auch Spaß gemacht hat.

Johanna