Schule

 

Autorenlesung

Kathrin Aehnlich: „Alle sterben, auch die Löffelstöre“

 

Für die diesjährige Realschulabschlussprüfung in Deutsch hatten die Schüler obigen Roman als Ganzschrift zu erarbeiten.

Trotz des sprühenden Sprachwitzes ist die Thematik des Buches ernst und für die Schüler nicht sogleich eingängig: Die 40-jährige Protagonistin soll die Grabrede für ihren besten, gerade an Krebs verstorbenen Freund halten. Aus diesem Anlass wird sie von ihren Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit in der DDR eingeholt. Diese Erinnerungen an alltägliche Anekdoten sind geschickt collagenartig als Rückblenden mit der Gegenwart der Rahmenhandlung (die Tage bis zur Beerdigung) verwoben. Neben der historischen Komponente eröffnen sich hierbei große Themen wie Liebe und Freundschaft oder der Umgang mit Krankheit und Tod.

 

Um den Schülern den Zugang zu diesem Buch zu erleichtern, fuhren wir Anfang des Jahres als kleine Truppe zu einer Lesung der Autorin Kathrin Aehnlich.

Nachstehend einige Eindrücke der Schüler und das Interview mit der Autorin. Dank eines Fotohandys gab es hinterher sogar noch ein Gruppenbild von uns mit der Autorin (danke Janine!).

 

Mittlerweile haben „unsere“ Prüfungskandidaten ihre schriftliche Prüfung über dieses Buch sehr erfolgreich absolviert. Herzlichen Glückwunsch!

J. Sänger



Autorenlesung Kathrin Aehnlich
(Janine)

 

Am Freitag, dem 20.01.09, fuhren wir mit unserer Deutschlehrerin Frau Sänger nach Pliezhausen an eine öffentliche Schule zur Autorenlesung von Kathrin Aehnlich, die unser Prüfungsbuch „Alle sterben, auch die Löffelstöre“ verfasst hat.

Sie las uns das erste Kapitel daraus vor, und anschließend durften wir beliebig Fragen stellen, auf die sie uns dann Antwort gab. Es wurden einige interessante Fragen gestellt, zum Beispiel, wie lange sie für ihr Buch brauchte, oder wie sie zum Thema Tod stehe.

Unsere Statements zum Vormittag:

 

Jessica: Ich fand sie sehr interessant und sympathisch, und sie hat die Fragen sehr gut beantwortet. Was sie erzählt hat, wirkte auf mich sehr intelligent und erfahren. Mir kam sie sehr ehrlich vor.

 

Jakob: dasselbe

 

Miriam: Es war etwas sehr Besonderes für mich (uns) auf eine öffentliche Schule zu gehen; die Leute haben uns angestarrt, weil wir fremd waren.

 

Janine: Wir wurden behandelt wie Aliens von einem anderen Planeten, was aber ganz witzig war. Alle hielten Frau Sänger anfangs für Kathrin Aehnlich. Als wir dann wirklich Kathrin Aehnlich gegenüberstanden, stellte sich heraus, dass sie genauso nett war wie Frau Sänger, aber etwa so, wie man sich einen „Star“ vorstellt: Manches wirkte gespielt oder gestresst auf mich.


 

 

Interview mit Kathrin Aehnlich
(Miriam)

 

 

Was wollten Sie mit Ihrem Buch anregen?

Ich wollte  die Leute, die mein Buch lesen, dazu anregen, über Familie und die

Bedeutung der Familie nachzudenken.

 

Sind Sie die Person Skarlet?

Nein! Ich bin nicht Skarlet. Ich habe zwar ein paar Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen

von Skarlet. Aber Skarlet ist nicht ich und das Buch ist auch keine Art Biographie von mir.

 

Sind Sie in der DDR aufgewachsen?

Ja, ich bin in der DDR aufgewachsen. Ich weiß noch, in der DDR-Zeit gab es keinen

Widerspruch. Was die Eltern sagten, wurde gemacht.

 

Wie lange brauchten sie für das Buch?

Ein Jahr hatte ich mir vorgenommen und es dauerte auch nur ein Jahr.

Das Schreiben ist wie Kinder bekommen. Man nimmt sich eine Zeit vor, hat entweder eine

Elefantengeburt, oder es ist alles normal.

 

Wie empfanden sie das Buch?

Ich selbst empfand es positiv. Tod ist etwas, dem man sich stellen muss, und dem man nicht

aus dem Weg gehen kann. Denn keiner ist unsterblich.

 

Wird es eine Fortsetzung vom Buch geben?

Im Moment denke ich noch nicht daran. Zweite Teile sind oft langweilig. Außer natürlich

bei Harry Potter.

 

Welche Bedeutung hat für Sie die Musik?

Musik hat für mich eine sehr große Bedeutung. Ich bin eher mit dem Radio groß geworden

und nicht mit meiner Familie. Ich höre jetzt auch noch viel Musik und ich liebe Konzerte.

Vor allem die Atmosphäre bei Konzerten. Ich war letztes Jahr mit meiner Tochter bei den
Stones obwohl meine Tochter eher Linking Park und Moderne Musik hört.

Beim Schreiben höre ich auch Musik.

 

Was hören sie gerade für Musik?

Gerade höre ich Marisa.

 

Wie kamen sie auf den Titel "Alle sterben, auch die Löffelstöre" ?

Mein Titel war "Beerdigung im Zirkus". Aber der Verleger sagte, dass Beerdigung zu

abschreckend klinge. Also kamen sie durch das Zitat das Zoodirektors im Buch auf:

"Alle sterben, auch die Löffelstöre".

 

Bekommen Sie e-Mails?

Ja. Ich bekomme viele e-Mails von Schülern, denen ich dann sozusagen bei den

Hausaufgaben helfe.

 

Gibt es ein Hörbuch zu "Alle sterben, auch die Löffelstöre"?

Nein. Eigentlich ziemlich komisch, da ich beim Rundfunk arbeite.

 

Haben Sie früher viel gelesen?

Ja. Ich habe viel gelesen. Ich hatte ja nur mein Radio und meine Bücher. Ich weiß nicht wie es

heute wäre, da die Kinder heutzutage ja Fernseher, Computer und Computerspiele haben.

 

Was ist ihr derzeitiges Hobby?

Ich gehe gerne ins Kino.

 

Wie oft gehen Sie ins Kino?

Drei bis vier mal in der Woche.

 

Denken Sie daran, das Buch zu verfilmen?

Ich denke daran und halte es für möglich da das Buch sehr szenisch geschrieben ist.

Ich weiß, es ist nur ein Wunsch aber ich würde es gerne von einem Skandinavischen Regisseur

verfilmen lassen. Aber es ist nur ein Wunsch.

Was hat ihr Buch mit Italien zu tun?

Ich bin ein großer Italien-Fan, und ich denke man schreibt oft über Dinge, die man mag.

 

Wie alt war ihre Tochter bei dem Tod ihres Freundes?

Sie war 15. Nun ist sie 21 und studiert.

 

Hat Paul viel Ähnlichkeit mit ihrem Freund?

Ja, Paul ist genau so wie mein Freund. Nur manche Situationen sind erfunden, und ich habe

daran gedacht, was mein Freund in einer solchen Situation gemacht hätte.

 

Hatten Sie viel Zeit für ihre Familie, als sie an ihrem Buch arbeiteten?

Meine Tochter heißt Anna, und ich habe einen arbeitsfreien Tag eingelegt, an dem sich Anna

aussuchen durfte, was wir machen. Ich dachte, sie will mit mir Schwimmen gehen oder Wandern.

Aber, nachdem sie sich immer wünschte, zu Mc Donalds zu gehen, suchte ich mit aus, was wir

machten.

 

Wenn jetzt noch jemand Fragen hat, kann man ihnen Briefe oder e-Mails schreiben?

Man kann mir e-Mails schreiben. Meine e-Mail Adresse kann man im Internet auf meiner

Website :www.kathrinaehnlich.com. finden. Allerdings kann ich nicht sofort zurückschreiben,

da ich sehr oft arbeite. Aber ich werde auf jeden Fall auf jede e-Mil antworten.

 

Danke Frau Aehnlich, dass sie Zeit hatten.

Bitte und viel Glück bei den Prüfungen.

                                                                                            by Miriam