An (m)eine Mutter

 
Du warst Anfang 20 als ihr euch kennengelernt habt. Du hast gedacht, dass ihr zusammen passt und hast ihn mit nach Hause gebracht. Hast ihn deinen Eltern vorgestellt und gesagt: "Das ist der Mann, der mich zu seiner Frau macht."
Opa war dagegen, doch du warst blind vor Liebe. Er hat gesagt: "Es ist deine Entscheidung, die ich akzeptiere." Es sollte der schönste Tag deines Lebens sein als man euch vor Gott traute. Doch sag mir Mamma, wie kann man sich da wohlfühlen mit 'nem blauen Auge?!
Ihr habt in Deutschland gewohnt, der erste Sohn wurde geboren, dann kam meine Schwester, das dritte Kind wurde dir leider gestohlen. Ich weiß, es tut weh daran zu denken, doch stell dir vor, du konntest ihm später das Leben schenken. Es ist nicht deine Schuld, wie die Dinge gelaufen sind! Ich glaube fest daran, es hat alles einen Sinn. All die unerträglichen Jahre voller Leid. Und Papa ist jetzt weg, ich verspreche dir, es ist jetzt vorbei.
 
Ich hab immernoch dieses eine Bild im Kopf, wie du auf dem Bett sitzt. Ich guck dir in die Augen, Tränen fließen über dein Gesicht. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, wie kann ich dich trösten? Tausend Fragen in meinem Kopf, wieso ist Papa nur so böse?
Ich nehm dich in den Arm: "Bitte hör auf zu weinen!" Du wischt die Tränen weg, versuchst stark zu bleiben. Dann stehst du auf und gehst raus, schaust dem Mann in die Augen, der dich ständig verhaut.
Ich hatte immer Angst, dass du eines Tages abhaust und nicht mehr zurück kommst. Mamma, wie oft hast du dich gefragt, ob du's machen sollst?! Du musstest so viel ertragen, blaue Flecken auf deinen Armen, doch noch schlimmer waren die Wörter, die sie zu dir sagten. Ich weiß, man kann das alles nicht rückgängig machen, aber du zeigst mir, man kann es trotzallem schaffen.
Früher hab ich immer Stars bewundert, die es zu was gebracht haben. Leute, die mir durch ihre Lieder Trost gaben. Heute zeig ich dir mit diesem Gedicht:
Du bist mein Vorbild Mamma, weil es keine wie dich gibt!
 
Ich bin jetzt nicht mehr Zuhause, es tut mir leid! Doch ich muss weiter kommen, ich bin nicht mehr klein. Aber hab keine Angst, du bist nicht allein!
Erinnerst du dich als ich sagte, ich bleib immer bei dir? Auch wenn's danach aussieht, du wirst mich nicht verlieren! Und meine Geschwister lassen dich auch niemals im Stich. Du bist unsere Mutter und wir lieben dich! Was du uns gegeben hast, kann man nicht beschreiben. Nur eine Mutter kann ihren Kindern so viel Liebe zeigen. Ich möchte dir danken!
Danke, dass du da warst und immer geblieben bist. Danke, für all die Sachen, die du uns gibst.
Viel zu lange hat man dich nicht geschätzt und heute möchte ich, dass du weißt, dass niemand dich jemals ersetzt!
Wenn es dunkel ist und ich nicht schlafen kann, bist du bei mir und nimmst mich in den Arm. Bleibst an meinem Bett, bis ich einschlafe. Nimmst mir die Angst, die ich vorher hatte.
Wenn ich nachts nicht nach Hause find, steigst du ins Auto und holst mich ab, egal wo ich bin.
Du bist meine Heldin, auf die ich mich verlassen kann.
Egal, wie tief ich falle, du reichst mir deine Hand und holst mich ins Leben zurück. Gemeinsam überwinden wir alle Hindernisse, die es gibt.
Wenn plötzlich etwas Unerwartetes kommt und alles auf einen Schlag zerbricht, bleibst du stark und suchst einen Weg, der die ganze Familie voranbringt.
Ich weiß, im Moment bin ich nicht bei dir und wir vermissen uns, aber im Geiste besuch ich dich jeden Tag und sag dir jedes Mal:
Du bist mein Vorbild, meine Lehrerin, mein Idol. Meine Freundin, mein Schutzengel, bei dir fühl ich mich wohl. Du kennst mich am besten, du merkst es, wenn etwas nicht stimmt. Auch wenn ich es nicht zeige, nicht wahr?! Du fühlst es tief in dir drin.
Ich danke dir für alles! Vergiss nicht, Mamma ich liebe dich!