Frau Mahlzahn & ich und die Realität

 

Frau Mahlzahn saß mir gegenüber. Doch, wer war ich? Jim Knopf? Oder prinzessin Lissi? Nein. Meine Figur war wohl noch nicht erschaffen.
"Du hast es wohl noch nicht gehört."
"Ich weiß nicht wen Sie meinen Frau Mahlzahn.", Sie hatte mir erzählt, dass die Wilde 13 einen Angriff auf die Schwimmende UNInsel gemacht hatten und nur zwei Fünftel der Schülern hatte überlebt. Ich kannte keinen der Opfer glaubte ich _ bis jetzt. Die Höle war dunkel. Keiner war da. Somit hallte jedes der Worte neben Frau Mahlzahns Schnaufen.
Sie erzählte: "Deiner Tante ihre Tochter ist gestorben."
Es schoss mir sofort durch den Kopf: -Christina- ! "Meine Tante hat keine Tochter.", sagte ich.
Ich fand, Frau Mahlzahn kam zu nah an meine Familiengeschichten. Was ging Sie Christina an? Christina war nicht gut an der UNI. Hatte aber nie langweille und war ein Muster-Durchschnitts-Mensch. Ihr Tod, lößte keine Trauer oder so in mir aus. Nur leere.
Frau Mahlzahn knetete und streichelte ihre Klauen-Hännde und Athmete einmal durch ihren halb geöffneten Mund. Spuckschleimfäden kamen aus ihren Mundwinkeln. Ich zeigte meine Angst und meinen Ekel nicht. Ich durfte es nicht zeigen. Du willst Schauspieler in Bollywood werden, dachte ich mir. Zeige nicht einmal Frau Mahlzahn etwas. "Villeicht meinen Sie ja meinem Onkel seine Tochter.", sagte ich. "Wo wohnt dein Onkel?"
Ich überlegte und sagte ohne zu zögern: "Lummerland."
"Nein. Deinem Onkel seine Tochter kann es nicht sein.", sagte Frau Mahlzahn.
Ich weiß, dacht ich. Aber Frau Mahlzahn will doch nur meine Reaktion sehen. Sicher fragt Sie sich, ob ich weine, Aggressiv bin, ... Aber was wenn ich nichts mache? Ich werde ihr etwas weinen vorspielen. Ich tat so als denke ich nach, wen Sie meinte. Es ist besser, Frau Mahlzahn weiß nicht, dass ich weiß wen Sie meint. Dann kann der Pavian nicht fragen wie ich mich fühle und Rumpelstielschen kann mich nicht provuzieren. "Ich weiß nicht wen Sie meinen Frau Mahlzahn."
Die "Beichtstunde" bei ihr war vorbei. Endlich! Dachte ich. Ich ging zurück in meine Höle. Oft war selbst der kleinste Lichtschacht verklebt da meine Hölen-Gefängniss-Genossin halb kleiner Vampir und halb Dackel ist. Ich war halb Leiche, halb Tieger. Jedoch professor Useduse versuchte ein Riesen aus mir und aus Vamp-Dackel einen Roboter Typ 005 zu machen. Wir wollten uns nicht ändern lassen. Doch nun zählte nur, dass niemand außer Vamp-Dackel rausbekommt, dass ich weiß wen Frau Mahlzahn meint.

Ein paar Monate später:
Ich bin draußen, nicht mehr in den Klauen von Frau Mahlzahn. Ich bin in den „schützenden“ Händen zweier alter Inselbewohner, deren Kinder schon ausgezogen sind. Ok. Denke ich mir, nun raus aus dieser Traum- Phantasie-Welt es ist Zeit der Wahrheit in die Augen zu sehen. Frau Mahlzahn, kann ich auch nun beim richtigen Namen nennen. Frau Mahlzahn ist eine/r meiner Therapeuten. Ich bin dick geworden. Sehr dick. Nach meiner Entlassung hab ich dann wieder 5 Kilo abgenommen aber nun wiege ich wieder 49 Kilo. Ich will wieder auf 44 oder 43 oder 42 Kilo. Aber ich bin zu faul wieder abzunehmen. Das ganze ist eine Qual. Vor allem jetzt wo Ritter Sport wieder diese Frühlings Sorten hat. Schokolade mit Vanille. Und dann nicht zu vergessen, diese super leckeren Flammenden Herzen die es beim Becker in der Stadt gibt. Manchmal habe ich Heißhunger. Dann nehme ich mir vor nichts zu essen und trinke 1,5 Liter Saft. Oft bin ich dann aber nicht beruhigt und da Kaugummis ja zu teuer sind kaufe ich mir oft ganz gesundes Vollkorn-Müsli und dann, 400 Gramm Schokolade. Danach bin ich dann immer depressiv. Ich habe einmal gehört, dass man mit dem Essen nur ein Loch füllen will, das leer ist. Ich glaube, wenn das so ist, bin ich Löcherkäse. .. Ach so, sicher fragt ihr euch, über was ich mit meinem Therapeuten da geredet habe bevor ich entlassen wurde. Oder habt ihr es schon herausgefunden? Falls nein, will ich jetzt einfach weiter schreiben und ihr werdet sicher auch irgendwann herausfinden um was es ging. Also, ich wohne gerade bei meinen Großeltern, die mich immer umsorgen, mir das Bett neu überziehen, Putzen, Schulbrote richten, … Viele die ich kenne, sagen: „Ist doch voll geil.“ Das ist es aber nicht! Ich will meine „Haus- und Schmutzarbeit“ gerne selbst übernehmen. Ich bin doch kein Baby mehr. Ok, vielleicht bin ich etwas mehr Kind wie andere. Ich meine, wer denkt sich seine Gedanken, die er nicht Hören will um in Geschichten wie Jim Knopf, … Aber von dem was ich alles erlebt habe, könnte ich schon älter sein. Nur weiß keiner außer mir, was ich schon erlebt habe. Naja, manchmal halte ich es auch nicht aus was die anderen sagen und dann ruscht mir etwas heraus. Zum Beispiel einmal sagte meine kleine Schwester einmal als wir im SKI Urlaub zu einer Gaststätte fuhren: „Du hast keinen Mut dich zu betrinken, ...“ Dann schrie ich sie an: „Magdalena, Trinken hat nichts mit Mut zu tun! Ich werde mich nicht betrinken. Vielleicht werde ich mich irgendwann umbringen mit einer Glasscherbe und den Schmerz betrinken. Aber du weißt ja nicht was ich alles im Krankenhaus und in der Psychatrie erlebt hab. Diese Besoffenen, die von oben bis unten aufgeritzt haben, die Angst hatten schwanger zu sein, die nicht einmal wussten, wie es um sie stand, die danach noch Auto fuhren, .. die....“ ich weinte, die Tränen kullerten nur so ungebremst herunter. „Und du hast doch selbst noch nie etwas getrunken. Trink doch selber etwas und …. und...“ Ich wollte sie Schlagen, doch ich wendete mich meiner Mutter zu und sagte: „Lass mich bitte aussteigen. Ich laufe zurück zu unserem Hotel.“ Mama wollte mich nicht raus lassen. Aber ich drohte damit die Autotüre bei der Fahrt auf zu machen und sie ließ mich raus. Sie drückte mich an sie und sagte: „Ich versteh dich. Stell nichts an.“ Aber sie versteht mich nicht. Niemand versteht mich und darum erzähle ich nicht gerne etwas von mir. Einmal war ich mit einem Jungen aus meiner Schule im Park. Damit wir uns kennen lernen.... Er erzählte mir: „......................................................“ Hier meine Gedanken: Du kommst also aus der nähe von … denkst du echt nur du bist so nah daran gewesen? Bei mir ist auch jemand bei ….... ich will alles verdrängen und in meine Traum-Phantasie-Welt. Aber ich schaffe es nicht. Ich denke und denke und will nicht weinen, nichts erzählen. Aber daheim muss ich weinen. Es ist immer ein Fehler sich mit einem Jungen zu treffen, der nur von seinen“Abenteuern“ erzählt und denkt, das ist cool. Cool, dass man neben einem Amokläufer wohnte. Cool, dass man ihn kannte, cool, dass man bei der Feuerwehr ist und zu der Schule fuhr. Ich denke mir nur: nicht daran denken, dass ein „Plan-Klappte-Nicht“-Amokläufer bei uns in der Klinik war, nicht daran denken, dass ich mit Frau Mahlzahn darüber redete, nicht … nicht. Und so sagte ich: „Das mit uns wird nie klappen.“ und ließ ihn stehen und schon wieder stand ein Junge im Park und fragte sich, WAS hab ich falsch gemacht? Ich wende mich nun an alle diese Jungs: „Es ist nicht eure Schuld! Ich bin zu verschlossen, hab Angst euch über mich zu erzählen und versuche mich zu bessern. Außerdem liegt es auch an einer Verlustangst. Kennt ihr diesen “Vampier-Frauen“ Maler? Vergleicht ihn mit mir und dem Tod eines Wichtigen Mannes. Meinem Zwillingsbruder Johannes. Ich werde euch nie von ihm erzählen weil ich sonst weinen muss. Aber er ist der einzige, der alles von mir weiß! Ich hab Angst, dass mich ein anderer auch verlässt. Darum lasse ich es gleich ganz bleiben. Ihr fragt euch jetzt sicher: Warum trifft sie sich dann mit uns? Ich denke, weil ihr mich manchmal ablenkt und doch wieder nicht...“                 by Miriam