Poetische Reise

Am 20. Juli 2012 versammelten sich alle Schülerinnen und Schüler der KJP-Klinikschule, um gemeinsam an einer poetischen Reise teilzunehmen. Der Dichter Harry Fischer besuchte dazu einen Vormittag unsere Klinikschule und führte uns mit einem Augenzwinkern und sokratisch bohrender Fragetechnik auf das Feld des Dichtens. Nach einer Lesung seiner eigenen Gedichte, war jeder von ihm angehalten, sich selbst am Dichten zu versuchen. Die Bandbreite der Gedichte, die dabei entstand, glich einem bunten Sommerblumenstrauß, mit dem wir zum Schuljahresende belohnt wurden.

 

Die Gedichte, deren Autoren einer Veröffentlichung zugestimmt haben, sind unten abgedruckt.

Stille
Das Schweigen
hängt im Raum,
klebt an den Wänden
ein Blick,
kein Wort,
will fort,
ich fühl mich klein,
will alleine sein.
Was suchst Du
In meiner Stille?
Geh weg,
das ist mein Wille.
Das Schweigen
hängt im Raum
Drückt mich nieder,
immer wieder.
Sag was,
oder lass mich
allein.
(Maria und Katharina)

 

Eine Sonnenblume
Eine Sonnenblume blüht
Tag für Tag,
das sie sehr mag.
Was macht
Die Sonnenblume bei Nacht?
So eine Pracht!
Spielt sie auch Schach?
(Samuel)

 

Superstars
Die, die alles können
Und sich selbst als groß erkennen
Die, die am besten sind,
vielleicht sogar schon als Kind,
die, die alles zeigen wollen,
sich nicht gönnen, herumzutollen,
die, die Autogramme verteilen
und reisen weit über Meilen,
es dreht sich alles um sie,
doch glücklich sind sie nie.
Erkenne Deinen eigenen Star,
tief in Deinem Innern,
nimm ihn richtig wahr,
dann musst Du nicht mehr wimmern.
(Debora)

 

Baum
Ein Baum steht da den ganzen Tag,
ob er das wohl gerne mag?
Er muss schlimme Stürme ertragen an vielen, vielen Tagen
Er kann nicht wegrennen an einen anderen Ort
Weit, weit weg, einfach fort
Ob es ihn wohl kitzelt, wenn Ameisen über ihn krabbeln,
oder es ihn stört, wenn Leute neben ihm babbeln?
Er hört jeden Tag die Vögel singen,
vielleicht würde er am liebsten mitschwingen.
Toll muss es sein, ein Baum zu sein,
oder ist das nur ein trügerischer Schein?
(Katharina)

 

Was bleibt….
Wenn man lebt,
nur nach dem Guten strebt.
Nichts Schlechtes sieht,
das Leben liebt.
Ist das Leben dann gut?
Was bleibt…
(Maria)

 

Die Raupe
Frau Friedel hat die Raupe zerdrückt,
Jetzt sitzt sie im Himmel.
Sie denkt nach wie verrückt:
Warum hat mich Frau Friedel zerdrückt?
(Torben)