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Krankhaft

Mein Anwalt – ich?
Die Faust auf den Tisch
Unschuldig!, ruft er
- Vergeblich

Die Anklage – ich?
Springt vom Sitz
Schuldig!
Mein Anwalt: Vergebung!

Der Richter – ich?
Bellt trotz meinem Flehen
Ob meiner Vergehen
Sein Urteil

Den Kopf bedeckt
Zum Auto geschleppt
Werde ich
In Krankhaft gesteckt

- Ich hoffe auf Bewährung

Tag der Offenen Tür 2016

Am 16.10.2016 findet wieder ein Tag der Offenen Tür in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Tübingen statt - und das LabIRRinth ist natürlich wieder dabei!

Wir freuen uns sehr darauf, viele "Ehemalige" wiederzusehen.

Verpasst diesen Tag nicht - Ihr müsst sonst wieder 2 Jahre warten, um die Gelegenheit zu bekommen, z.B. die Station 1 wieder zu besichtigen....

Heute

 

Heute ist düster, heute ist anders
Ich denke: ich will nicht
und nicht mehr: ich kann das

Will im Bett liegen und weinen,
ich lieg im Bett, doch ich wein nicht
Meine Mühen erscheinen

so sinnlos.

Heute ist schwierig, heute ist schwer,
ich möchte nicht los,
aber möchte ans Meer,

hab Träume so groß,
aber ich bin so klein
Kann das nicht einfach vereinbar sein? 

Frierfreitod

 

Die Sterne funkeln über dieser Welt

ob ihnen gefällt

wie ich hier laufe

 

Und die erste Flasche

und die zweite Flasche

absoluten Vodka saufe

 

Meint ihr sie können mich sehen

und vielleicht verstehen

warum ich hier laufe

 

Ob sie auch frieren wie ich

die Nacht ist winterlich

es liegt Schnee

 

Was sie wohl von mir halten

wie ich wankend im kalten

Wald verharre

 

Wie ich nach hinten kippe

ein Abschied auf der Lippe

und erstarre

 

Immer noch funkeln die Sterne

mein Leben rückt in die Ferne

das hatte ich vor

 

Die Sterne sie rufen nach mir

während ich langsam erfrier

ich steige empor

Schaff mich hier weg

Ich trotzte gar wild und bissig,
dem Leben voll Leid, dass mir schwant,
doch nun wird mein Widerstand rissig,
längst habe ich es geahnt.

Es ist schon so lang, dass ich kämpfe,
mit tönernen Waffen mein,
doch Sieg gegen finstere Mächte,
soll für mich einfach nicht sein.

Frei bin ich schon, doch gefangen,
von Schwaden in Schwarz und Rot,
die stinkend ganz in mich gelangen
und eigentlich bin ich schon tot.

Am Leben gehalten, doch siechend,
mein Atem ist faulig wie Pest.
Ich gehe schon lange mehr kriechend
Und doch hält die Welt mich hier fest.

Komm süßer Tod und umfange mein,
bring mich nur weit weg von hier,
Krankheit wird immer mein Leben sein
Und dann bin ich lieber bei dir.

Fragen...

Verdammte scheiße,
wieso entwickelte es sich auf diese Weise?
Wie viele Tränen musste ich vergießen?
Wie oft die Augen schließen?
Wie oft Hilfe rufen?
Nach einer Lösung suchen?
Wie oft musste ich schreien?
Wie oft versuchte ich mich zu befreien?
Wie oft musste ich bluten,
bis meine Gedanken endlich ruhten?

Wie oft musste ich verzichten?
Nur Lügen berichten?
Wie oft musste ich mich übergeben?
Wie oft, bevor ich begann zu Leben?

Wie viele Schreie verklangen ungehört?
Wie lange habe ich auf meine Krankheit geschwört?
Wie viele Menschen mussten leiden?
Wie oft musste ich mich schneiden?
Wie viele Stunden vergingen ungenutzt?
Wie lange brauchte ich klinischen Schutz?
Wie viele Stunden schaute ich wartend auf die Uhr?
Wie lange nur?
Wie oft versuchte man mich zu halten,
bevor meine Gedanken nicht mehr nur dem Tod galten?

Wie viel musste ich ertragen?
Wie oft alles hinterfragen?
Wie viel Leid musste geschehn?
Bis ich beschloss, es muss vorwärts gehn?

Zu viele Fragezeichen,
die niemals weichen.

Doch, was nutzen mir Antworten auf diese Fragen?
Könnte ich sie ertragen?
Würden sie mich nicht erneut zerbrechen?
Meine Seele schwächen?
Soll ich die Vergangenheit ruhen lassen?
Oder jeden Gedanke von neuem fassen?

Bin ich auf ewig zum Suchen verdammt?
So viele Wege bin ich entlang gerannt,
so viele Orte hab ich besucht,
hab an jeder Stelle gesucht.

Nun sitze ich hier.
Habe Angst, dass ich mich in meinen Gedanken verlier.
Ich schaue auf den tickenden Zeiger
und begreife mit einem Mal
egal wie sehr ich mich weiger,
das Leben lässt mir keine Wahl.
Die Zeit läuft nicht rückwärts
all der Schmerz
er ist vorbei!
Und ich begreife, auch ohne Antworten bin ich FREI!
 

[ohne titel]

Alles

Sie wollen dich mir nehmen,
aber nichts können sie mir geben, du gibst mir so viel mehr,
ich brauche dich so sehr,
ich steh bei dir für immer,
verlass dich nie und nimmer
 

Marionette

Wie eine Marionette bin ich,
vergesse mich, sie flüstert mir zu,
gibt niemals Ruh,
ihre Fesseln sind eng,
ihre Regeln sind streng,
sie beherrscht mich vollkommen,
mein innerstes schon zerronnen,
wenn ich doch nur Mut hätte,
aber nein, ich bleibe ihre Marionette

Betonwand

Unüberwindbar, kalt und grau,
kein Ende, egal in welche Richtung ich schau,
makellos, glatt und steil,
nirgends eine Leiter, nirgends ein Seil,
unkaputtbar ragt sie empor,
und ich? Ich stehe bloß davor,
starre sie an, renne dagegen,
unendlich müde will mich aufgeben,
verzweifelt klatsche ich gegen die Wand,
habe es eigentlich selbst in der Hand,
verzweifelt und wütend, komm nicht gegen sie an,
zu sehr hat sie mich in ihrem Bann,
so makellos und perfekt wie sie mir scheint,
Stärke, Macht und Disziplin vereint,
kann ich all das gehen gehen lassen?
Meine eigene Schwäche ich kann sie kaum fassen..

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