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Leben deluxe

Leben deluxe
Ich weiß nicht wieso,
ich weiß nicht warum,
ich weiß nicht weshalb,
deswegen gibt des kein ,,deshalb’’

Frau ohne Blick

Auf dem weißen Zeichenblatt:
Junge Frau mit leerem Blick,
schaut nicht vor und nicht zurück.
Traut sich nicht, graut sich still,
weil sie gar nicht wissen will,
wovor sie,
Angst wie nie,
einst den Blick verschlossen hat.
 

Wimmelbild

Kennen Sie Wimmelbilder?
Diese Bilder, vollgestopft mit Dingen und unten oder oben oder irgendwo steht, was man suchen soll. Zum Beispiel „Wo ist der rote Ball?“ Und man kann Stunden mit Suchen zubringen, ohne den Ball zu finden.
In meinem Kopf ist so ein Wimmelbild. Und darauf steht „Wo bin ich?“


 

kleines Licht

am Horizont in kleines Licht
das die Finsternis durchbricht
werd ich es schaffen bis dorthin
oder schon vorher untergeh‘n?

ich pack alles von vorne an
und geh den ersten Schritt voran
zu spät ist es vielleicht noch nicht
und ich erreich dies kleine Licht

Sitzung

Wie fühlst du dich?

Matschig.

Das heißt?

Wie Erde, die mit etwas Wasser zu einem glitschigen Brei verrührt worden ist.

Für was steht denn die Erde?

Die Erde bin ich. Und das Wasser sind Sie. Sie machen mich matschig.

Ist es denn ein gutes oder ein schlechtes matschig?

Matsche ist Matsche. Warum sollte ich sie bewerten?

Naja, es ist doch wichtig zu wissen, ob etwas gut oder schlecht ist, um es beizubehalten oder zu ändern. Und vor allem zu verstehen.

Äh. Aha.

Also, ist es ein Heilsamer-Meeresschlamm-Matschig oder ein Stinkender-Kuhmist-Matschig?

Kuhmist. Definitiv.

Was müsste sich denn ändern, damit aus dem Kuhmist Meeresschlamm wird?

Sehe ich aus wie Jesus? Kann ich Wasser in Wein verwandeln? Geschweige denn Kuhmist in Meeresschlamm?

Wenn dir das unvorstellbar scheint, könntest du auch versuchen, das Positive am Kuhmist-Matsch zu sehen.

Wollen Sie mich verarschen?

Mit Nichten. Kuhmist ist doch ein ausgezeichneter Dünger.

Gute Idee. Ich leg mich in ein Kornfeld. Alle meine Probleme sind gelöst.

Dass du auch immer ins Sarkastische abdriften musst.

Hallo? Wir reden gerade über Matsche?!

Ich glaube, hier kommen wir nicht mehr weiter. Die Stunde ist sowieso zu Ende.

Halleluja.

Auf Wiedersehen.

Ungern. Aber danke für die hilfreiche Sitzung. Thank you very Matsch.
 

Songtext: Reklamation

Liebes Leben, ich hab gedacht, es wäre fair,
wenn das Opfer auf dem Boden liegt, tritt man es nicht mehr,
doch du haust mir mit Genuss immer wieder eine rein,
du sagst: Schicksal – ich sag: Verdammt sollst du sein!
Liebes Leben, wie tust du mir heute weh,
ich weiß doch, du hast jeden Tag ne neue Idee.
Ich bin doch schon am Boden, warum tiefer als tief?
Liebes Leben, bitte bleib doch mal beim Superlativ.

Reklamation, Reklamation!
Liebes Leben, was ist das denn für ne Scheiß-Aktion?
Ich gebe diesen Tag – so wie er ist –
bitte einfach zurück, wenn das möglich ist.
Reklamation, Reklamation!
Liebes Leben, was ist das denn für ne Scheiß-Aktion?
Ich hätte bitte gern ein neues Ich,
wenn das irgendwie geht, wenn das machbar ist.

Liebes Leben, früher dachte ich mal,
dass die Welt mir Freude bringt und nicht nur Schmerzen und Qual.
Doch jeder neue Tag treibt mich weiter in den Dreck,
Shit Happens sagst du – Liebes Leben, verreck!
Und jetzt stehe ich hier, reklamiere den Mist
doch du sagst mir, dass ein Umtausch völlig ausgeschlossen ist.
Ich hätte keine Quittung – die hat man mir nie gegeben!
Du lächelst und sagst: Tja, so ist das Leben.

Reklamation, Reklamation!
Liebes Leben, was ist das denn für ne Scheiß-Aktion?
Ich gebe diesen Tag – so wie er ist –
bitte einfach zurück, wenn das möglich ist.
Reklamation, Reklamation!
Liebes Leben, was ist das denn für ne Scheiß-Aktion?
Ich hätte bitte gern ein neues Ich,
wenn das irgendwie geht, wenn das möglich ist.
 

Rede

Die Worte tropfen nur von meinen Zähnen,
wenn überhaupt eins sich befreit
und stolpernd windet sich mit Tränen,
ich kann mich nicht ganz sicher wähnen
und doch bin ich das Schweigen leid.

Klar sind meine Worte schon,
doch kann ich sie nicht sprechen.
Was wäre meiner Schmerzen Lohn?
– Strafen, Qual und Spott und Hohn?
– Gebrochene Versprechen?

Sobald zwei Augen mich besehn´,
bring ich kein Wort hervor,
weil die sich plötzlich kreisend drehn´,
ich will nichts mehr, als einfach gehn´
und fürcht´ mich doch davor.

Mein Magen drückt und windet sich,
je näher rückt die Stund´,
es zittert alles fürchterlich,
ihr Ängste, warum quält ihr mich
und lasst mich nicht gesund?

Ich seh´ die Hand doch, die sich streckt
um mich nicht fallen lassen
und doch bin ich schon so verschreckt,
die Angst im Innern ist geweckt
und lässt mich sie nicht fassen.

Das Lügen war leichter, viel leichter als
zu sagen, es geht mir nicht gut,
mein Herz drückt tief in meinen Hals,
in meinen Augen brennt das Salz,
doch nicht ein Funken Mut.
 

PSYCHIATRIE

an manchen tagen
gibt es nichts
dass mich mehr nervt
als gelbe fensterrahmen

die betreuer
gehen nach hause
und ich denke
wie gern
hätte ich auch
feierabend
 

Müde

Fließe Leben, ziehe bitte
nicht so träge nur dich hin,
mühsam sind mir meine Schritte,
fern ist mir ihr ganzer Sinn.

Müde bin ich ob der Reise
fernem Ziel, ob Jahr und Tag
mir in ewig gleicher Weise
schleppend nur verstreichen mag.

Warum immer weiter schreiten,
wenn ich bin des Wanderns leid?
Könnt´ ich mir ein Bett bereiten,
schlief ich bis in Ewigkeit.
 

Lebensfrust

Des Tages letzter Schimmer
fällt durch den Vorhangspalt
zu mir in dieses Zimmer,
der Regen tropft noch immer,
nässt draußen den Asphalt.

Des Sommerregens Dufte
erreicht mich nimmermehr,
ich spüre nicht die Lufte
in heimatlicher Grufte
und Wind um mich her.

Erlösung find´ mein Leben,
ein Schlachtfeld für und für,
nichts ward mir je gegeben,
es platzen Lebensreben,
wenn ich sie nur berühr.
 

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